Die Familie von Bassewitz und die Renaissancekirche Bristow

Die Familie von Bassewitz ist eng mit der Renaissancekirche Bristow verbunden. Die Familie zählt zu den alten mecklenburgischen Adelsfamilien und ist nach dem westlich von Gnoien gelegenen Basse (heute Ortsteil von Lühburg) benannt. Der Basse in der Jägersprache die Bezeichnung für einen älteren Keiler ist das Wappentier der Familie.

Im 14. Jahrhundert teilte sich die Familie in zwei Linien: die mecklenburgische Linie mit Besitztümern im Gebiet des eigentlichen Herzogtums Mecklenburg und die wendische Linie im Gebiet des wendischen Fürstentums im Osten Mecklenburgs, zu deren Besitz bereits im 14. Jahrhundert Lühburg mit Basse sowie Dalwitz (heute Ortsteil von Walkendorf) und Prebberede zählten. Der Stammvater beider Familienstämme ist Hans von Bassewitz ( 1397), Gutsherr auf Hohenluckow.

Von 1352 bis 1815 war das Gut im Besitz der Familie von Hahn. 1845 erwirbt schließlich Graf Carl August Ludwig von Bassewitz-Levetzow das Gut und läßt den Gutshof 1855 mit den Wirtschaftsgebäuden in Bristow neu und großzügig gestalten.

1874 errichtete die Familie direkt neben der Kirche ein Mausoleum im Renaissance-Stil. In der Grabkapelle sind Ina Sophie Eleonore Gräfin von Bassewitz und Carl August Ludwig Graf von Bassewitz beigesetzt.

Das alte 1919 abgebrannte Gutshaus BristowDas alte 1919 abgebrannte Gutshaus Bristow

1919 brennt das alte Gutshaus ab und 1920 zieht die gräfliche Familie ins 1865 erbaute Verwalterhaus das fortan als gräfliches Wohnhaus genutzt wird.

Bis zur Enteignung 1945 saß die Familie von Bassewitz auf dem Gut in Bristow und noch in den letzten Kriegsmonaten wurde der jüngste Sproß des Hauses, Diethard Graf von Bassewitz in Bristow geboren und getauft. Das Taufregister der Kirchgemeinde weist ihn als letzten Täufling der Familie im alten Gut aus.

Die Flucht der Familie von Bassewitz führte sie Richtung Westen. Seither blieb die Familie zwar in Gedanken und Gefühlen mit Bristow verbunden, konnte aber für viele Jahre nicht mehr nach Bristow kommen. Erst Ende der achtziger Jahre gab es erste neue Kontakte mit der Kirchgemeinde, die sehr schnell zu einem erneuten persönlichen Engagement der drei Brüder Alexander, Christian und Diethard und ihrer Familien führte.

Der vorläufige Höhepunkt dieser Verbindung war die Wiedereinweihung der Bristower Kirche am Reformationstag 1997

Eine Familiengrabstätte mit vier Grabstellen derer von Bassewitz befindet sich noch heute nahe des Malchiner Sees. Außerdem befindet sich direkt neben der Renaissancekirche Bristow das sog. Bassewitz-Mausoleum.